Schiedsrichter als die Prügelknaben der Nation – immer mehr Aggressivität

Foto: flierfy/Flickr  (CC BY-NC-SA 2.0

Noch nie wurde auf Schiedsrichtern so ungeniert eingeprügelt. Dabei sind es beileibe inzwischen nicht nur die Zuschauer. Die Trainer und Manager der Vereine, die Presse, alle sind ungeniert böse auf die Schiedsrichter und geben Ihnen allzu oft die Schuld am eigenen Versagen. Die Aggressivität gegenüber Schiedsrichtern nimmt zu.

Von den untersten Klassen bis hin zur ersten Bundesliga, es wird gegen Schiedsrichter gepöbelt und sogar offen gedroht. Ein Trainer, ein Manager der oberen Ligen sollte sich eigentlich seiner Verantwortung zumindest ein klein wenig bewusst sein. Zu schnell werden die sogenannten Vorbilder als Muster für eigene Aggressivitäten genutzt. Was soll von einem Manager eines traditionsreichen Estliga-Vereins gehalten werden, der den Schiedsrichter nach Spielende als „Eigerkopp“ bezeichnet. Da anschließend bei unterklassigen Spielen dem Schiedsrichter die Reifen zerstochen werden oder ihm Prügel angedroht wird, wen wundert dies dann noch. Die Aggressionen im Amateurfußball haben zugenommen.

Natürlich sind manche innerhalb von Sekunden zu treffende Tatsachen-Entscheidungen auf dem Spielfeld fast als haarsträubend zu bezeichnen. Und natürlich steht für Trainer, Spieler und Manager der Clubs heute viel mehr auf dem Spiel. Der eigentliche Sport tritt oft total in den Hintergrund. Das Wirtschaftliche, das Überleben des Vereins, des Trainer- und Managerjobs hat Oberhand gewonnen. Ein Abstieg kann Millionen und ganz schnell den Arbeitsplatz kosten.

Vom DFB ist in dieser Angelegenheit übrigens wenig zu hören. Aber die haben zwangsläufig wohl ganz andere Sorgen. und können zusätzlichen Ärger und Probleme mit den Vereinen überhaupt nicht gebrauchen.

DER  AUSRASTER VON KÖLNS MANAGER JÜRGEN SCHMADTKE
Die Presse berichtet:

Tagesspiegel 14.12.2015
Der Ausraster von Kölns Manager Schmadtke Stammtisch sucht Eierkopp

Jörg Schmadtke legt sich mit dem Schiedsrichter an und betritt eine Grauzone. Wie ist der Ausraster des Kölner Managers zu bewerten?
Ein Kommentar.  >>>
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üddeutsche Zeitung 14.12.2015:
Jörg Schmadtke: „Eierkopp ist keine Beleidigung“
Beim 1:1 zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen nennt Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke den vierten Offiziellen einen „Eierkopp“. Schmadtke wird auf die Tribüne verbannt. Später erklärt er seine Wortwahl. >>>
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Kölner Express 15.12.2015
DFB ermittelt Schmadtke jetzt offiziell ein lustiger Eierkopp!
Darf man einen Schiedsrichter Eierkopp nennen? Guido Winkmann jedenfalls fand es nicht lustig. Sind wir nicht alle ein bisschen Eierkopp? Fest steht: Es gibt wahrhaftig schlimmere Beleidigungen im deutschen und erst recht im rheinischen Sprachraum. >>>
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Die Welt 13.12.2015
Große Aufregung um einen „Eierkopp“ in Bremen
Jörg Schmadtke sagt zu Guido Winkelmann “ Eierkopp“. Weil das eine Beleidigung sein, muss der Sportdirektor des 1.FC Köln auf die Tribüne. Er gerät nicht zum ersten Mal mit dem Schiedsrichter aneinander.>>>
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Die Definition  „Eierkopp“ (Wikipedia)

Der Ursprung der abwertenden Verwendung des Begriffs ist nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass der gleichbedeutende englische Begriff „egg head“ anscheinend das erste Mal in den 1950er Jahren im amerikanischen Wahlkampf auftrat. Richard Nixon benutzte ihn in negativer Weise für seine Gegner – er bezeichnete sie damit als abgehobene Intellektuelle, die den praktischen Bezug zu den Realitäten und deren Anforderungen verloren haben. Zum Verhängnis wurde diese Bezeichnung  >>>

BouDe meint:
Nicht so sehr eine Frage einer Beleidigung. Aber Öl aufs Feuer für ein weiteres Anheizen der Stimmung gegen Schiedsrichter.
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